Motorradhimmel Nockalmstraße

Es gibt nicht viele Straßen, die auf 34 Kilometern Distanz nicht durch eine einzige Siedlung führen. Bei der in Kärnten gelegenen Nockalmstraße ist das der Fall: Zwischen den beiden Kassenstellen – im Süden einige Kilometer außerhalb der Ortschaft Ebene Reichenau, im Norden direkt am Ortsrand von Innerkrems – gibt es nichts außer Kurven und Natur. Und einige hübsche Einkehrmöglichkeiten in urigen Häusern und Hütten, in denen echte Kärntner Kost auf den Tisch kommt.
Der Grund für das "Nichts" entlang dieser Strecke trägt seit 1987 den Namen "Nationalpark Nockberge". Rund um diese Nockberge, merkwürdig rundgeschliffene Erhebungen mit einer maximalen Höhe von rund 2.400 Metern, erstreckt sich der größte Lärchen- und Zirbenbestand der Ostalpen.

Durch die Nocky Mountains

Doch die Nockberge mit ihren eigenartigen Namen wie Koflernock, Mallnock oder Plattnock besitzen nicht nur ein einzigartiges Aussehen, sondern stellen zugleich eine geologische Rarität dar: Sie weisen Quelltrichterkare und Karste auf. Ein etwa drei Kilometer breites Kalk-Einsprengsel sticht, von der Eisentalalm und der Eisentalhöhe aus gut sichtbar, als karstige Blöße ins Auge. In diesem Karst versickert Wasser tief in die Gesteinsschichten, wird dort aufgeheizt und kommt im nahen Bad Kleinkirchheim als 38 Grad warmes Thermalwasser wieder an die Oberfläche. Doch auch für die Fauna ist der Nationalpark-Status dieser Landschaft wichtig: Im Nationalpark leben 69 Arten von Vögeln, von denen 13 auf der "roten Liste" der vom Aussterben bedrohten Arten verzeichnet sind. Sie haben hier einen ungefährdeten Lebensraum gefunden.