Großer Königsstuhl - Aufstieg Karlbad
Karlbad - Stangboden - Karlnock - Großer Königstuhl - Königstuhlscharte - Friesenhals - Karlbad| Gehzeit |
3,5 Stunden |
| Höhendifferenz |
650 Meter |
| Schwierigkeit |
mittel |
| Wanderkarte |
Freytag & Berndt 221 (Nockalmstraße) |
Wellness mag vielleicht nach trendigem Freizeitverhalten klingen, aber ganz so neu ist das Bedürfnis nach körperlicher und seelischer Harmonie in entspannter Badeatmosphäre nun auch wieder nicht. Das gute alte Schwitzbad wurde in unseren Breitengraden bereits im Mittelalter kultiviert, wahrscheinlich dürfte es über Kleinasien nach Mitteleuropa gelangt sein. Wie das wohltuende Bad im hölzernen Trog allerdings auf 1700 Meter mitten im Nationalpark Nockberge Fuß fassen konnte, ist doch interessant. Die Sage berichtet zwar von einem gichtgeplagten Türken, der dem heilbringendem Wasser bis zur Quelle folgte und damit das Karlbad, das Bad im kleinen Kar (=Karl), unterhalb des Großen Königstuhls als erster entdeckte. Wahrscheinlicher anzunehmen ist aber doch, dass sich diese kulturgeschichtliche Rarität aus der jahrhundertealten Tradition der „Bauernbäder“ entwickelt hat.
So oder so, jedenfalls wurden dem Karlbad bereits um 1800 von einem Gmündner Arzt Heilerfolge attestiert. Damals wie heute werden die ausgesuchten Gesteinsbrocken auf einem Holzfeuer erhitzt und anschließend in einem der Badetröge versenkt. Eine halbe bis eine ganze Stunde dauert die Badezeit, nur der Kopf ragt aus der mit Brettern abgedeckten Wanne. Damit die Kur auch wirklich hilft, empfiehlt der Wirt und Bademeister zumindest sieben Bäder in einer seiner 14 hölzernen Tröge.
Nach der langen Wanderung über den Großen Königstuhl dürfte aber auch schon eine Sitzung eine sehr entspannende Wirkung haben. Bleibt auch dazu keine Zeit, so bringt auf jeden Fall die herrliche Hausmannskost im Karlbad mit den typisch Kärntner Gerichten ein hohes Maß an körperlicher und seelischer Zufriedenheit.Die Route
Der
Weg 117 vom Karlbad gewinnt rasch an Höhe. Nach einer Dreiviertelstunde wird
der markierte Steig flacher, über den Stangboden geht es in genussvoller
Wanderung zur Abzweigung Großer Königstuhl. Durch Latschenfelder und Almwiesen
führt der Weg 125 Richtung Norden auf den unbedeutenden Karlnock. Ein
schmuckloses Holzkreuz markiert den kleinen, pyramidenförmig angehäuften
Steingipfel. Von hier aus macht der Große Königstuhl einen freundlichen,
einladenden Eindruck und es ist wirklich nur noch ein kurzer Spaziergang bis
das aussichtsreiche Wanderziel in 2336 Meter Höhe erreicht ist.Der Abstieg folgt, nun etwas steiler, weiterhin dem Weg 125 bis zur nordwestlich gelegenen Königstuhlscharte. Dort geht es zunächst auf dem Weg 118 zum einsamen Friesenhalssee und wenig später der Richtung Karlbad folgend nach links. Oberhalb des Seeabflusses entlang schließt sich die schöne Runde beim traditionsreichen Karlbad.
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