Klomnock - Mallnock Rundwanderweg
Schiestlscharte - Klomnock - Mallnock - Unterstandshütte - Hoher Steig - Schiestlscharte| Gehzeit |
3,5 Stunden |
| Höhendifferenz |
550 Meter |
| Höhendifferenz | mittel |
| Wanderkarte |
Freytag & Berndt 221 (Nockalmstraße) |
Einer der höchsten Punkte der 35 Kilometer langen Nockalmstraße ist die knapp über 2000 Meter Seehöhe gelegenen Schiestlscharte. Eine beeindruckende Tondiaschau und eine spannende Ausstellung liefern hier viele Hintergrundinformationen über die naturkundlichen Besonderheiten im Nationalpark Nockberge.
Eine davon ist die Zunderwand und befindet sich unweit unserer Wanderziele Klomnock und Mallnock. Während die geologische Basis der Nockberge hauptsächlich kristalline Gesteinsarten wie Glimmerschiefer, Paragneise und Quarzphyllite mit einem Alter von über 600 Millionen Jahre sind, tritt im Osten ein bis zu drei Kilometer breiter mesozoischer Kalk- und Dolomitzug (Stangalm-Trias) in Erscheinung. Der Nordsüdverlauf dieses geologischen „Irrläufers“ ist an seinem helleren Gestein deutlich zu erkennen. Am Grünleitennock, auf der Eisentalhöhe und eben an der Zunderwand sind diese typischen Karsterscheinungen gut zu sehen. Das in ihnen einsickernde Regen- sowie Schneeschmelzwasser tritt dann weiter im Süden, im Tal von Kleinkirchheim wieder zu Tage und könnte als 36 bis 38 Grad warmes Thermalwasser für jenes wohltuende i-Tüpfelchen sorgen, dass nach einem langen, herrlichen Wandertag gerade noch fehlt.
Bevor es aber entgültig auf den Klomnock geht, zahlt sich noch der kurze Abstecher zur Wunschglocke auf der Schiestlscharte aus. Wenige Meter oberhalb der Glockenhütte, erinnert sie an eine Kärntner Sennerin, der das ewige, „verhexte“ Sauwetter zuviel wurde und deshalb eine geweihte Glocke an den Zaun hängte. Seither traut sich keine Wetterhexe mehr über die Schiestlscharte. Die Jahresniederschläge in den Nockbergen sind mit 1100 Millimeter im Mittel tatsächlich sehr gering. Schuld daran sind allerdings keine Glocken, sondern die höheren Gebirgsgruppen im Westen, Norden und auch im Süden, die den meisten Niederschlag abfangen. Dafür dürfte sich schon so mancher Wanderer, der im Nebel die Orientierung verloren hat, über den vertrauten Klang der Wetterglocke gefreut haben.
Die Route
Ausgangspunkt der Wanderung auf den Klomnock ist der Parkplatz Schistlscharte. Von hier geht es vorerst auf dem „Hohen Steig“ (Weg 15) in den westwärts gelegenen Kessel. Leicht bergansteigend führt dieser Weg auf den Kamm, der in südlicher Richtung, zum Schluss etwas luftiger, über den Vorgipfel auf dem 2331 Meter hohen Klomnock endet. Wer nach einer Stunde Gehzeit oder 300 Meter Höhenunterschied schon genug hat, für den ist der Abstieg bis zum Vorgipfel und von diesem ostseitig (rechts) zurück zum Ausgangspunkt empfehlenswert.Vom Klomnock bietet sich aber auch noch eine großartige Weiterwanderung in westlicher Richtung zum Mallnock an. Unerhört aussichtsreich führt dieser Kammweg mit einem geringfügigen Gegenanstieg in einer Stunde zum 2226 Meter hohen Gipfel. Zwei Kilometer Luftlinie weiter westlich befindet sich die geologisch interessante Zunderwand.
Der Abstieg folgt noch bis zu einer Unterstandshütte dem Weg 161, zweigt dann aber nach rechts auf den Hohen Steig (15) ab. Genussvoll an das Gelände angepasst führt der Steig über einen kurzen Gegenanstieg (100 Höhenmeter) auf der Nordwestseite des Klomnock wieder zur Schiestlscharte zurück.
Bei der 300 Höhenmeter tiefer gelegenen Grundalm wäre übrigens in den Siebzigerjahren beinahe eines der beiden Retortenhotels mit insgesamt 3000 Betten gebaut worden. Geplant war auch eine Verbindungsstraße über den idyllischen Oswalder Bocksattel, an dem der Hohe Steig wenig oberhalb vorbeiläuft. Die Landschafts- und Naturschützer setzten sich glücklicherweise gegen gigantomanische Erschließungspläne durch. Der Klomnock ist ein stiller Aussichtsberg geblieben und bei der Grundalm kann man sich statt Apres-Ski und Hüttengaudi in einer Dauerausstellung über die Wichtigkeit des Bergwaldes informieren.
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