Entstehung des Nationalparks
Von der Eiszeit verschont, von einer ausufernden Zivilisation jahrhundertelang übersehen, von der totalen touristischen Vermarktung in letzter Minute gerettet - das ist das Kärntner Nockgebiet.Die sanft geschwungenen grünen Nocken erinnern an Irland, die Hochplateaus an die helle Weite Kastiliens. Bis in die Gipfelregionen weiden Rinderherden und riesige Hirschrudel miteinander, die zahlreichen verfallenen Bergwerke sind längst von alpinen Urwäldern überwuchert. Wilde Natur, uralte Bergbauernkultur prägen den Charakter des Nationalparks Nockberge, der mitten in Österreich eine geradezu exotische Landschaft umfaßt.
Es bedurfte einer intensiven und beharrlichen Aufklärungsarbeit seitens der Naturschützer, um unter Zurückweisung großräumiger Erschließungspläne die Unterschutzstellung der Nockberge durchzusetzen. Anfang der siebziger Jahre geisterte in manchen Köpfen Pläne für eine touristische Erschließung des zentralen Teiles der Gurktaler Alpen herum. Es sollte ein gigantischer Schizirkus zwischen Innerkrems, Bad Kleinkirchheim, Falkert und Turracherhöhe entstehen.
Alle diese schwebenden Planungen lösten 1980 durch das erste konkrete Vorhaben, ein Feriendorf mit 1500 Betten im Gebiet "Windeben" zu errichten, Widerstand aus. Massive Proteste der Naturfreunde, des Alpenvereines und Unterschriftenaktionen gegen ein solches Projekt führten in kürzester Zeit dazu, das es zu einer Volksbefragung kam.
Diese wurde am 7. Dezember 1980 durchgeführt und es waren 94,32% gegen eine Totalerschließung des Nockgebietes. Nach intensiven Diskussionen mit der ortsansässigen Bevölkerung unter tatkräftiger Mitwirkung der Naturschutzorganisationen - allen voran die Naturfreunde Österreich - und fieberhafte Planungsarbeiten bewirkten schon 1984 das "Schutzgebiet Nockberge" - den Nationalpark auf Probe. Eine weitere Informations- und Planungsphase führte schließlich zur Gründung des Nationalparks Nockberge, der am 1. Januar per Verordnung der Kärntner Landesregierung endgültig eingerichtet wurde.
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