Tier und Pflanzenwelt
Neben dem Fichten-Lärchen-Zirbenwald sowie den Zwergstrauchheiden und alpinen Rasen mit ihrer charakteristischen Fauna und Flora sind die baumfreien Gipfel typisch für die Nockberge.Die zentrale Lage rückt die Nockberge in den klimatisch kontinentalen Raum. Denn im Norden fangen die Niederen Tauern, im Westen die Hohen Tauern und im Süden die Julischen Alpen sowie die Karawanken die Regenfronten ab. Der relativ geringe Niederschlag fällt meistens als Gewitterregen, und der geringe Schneefall wird oft durch orkanartige Winde stark verfrachtet, wobei vor allem im Hochwinter Eiskälte vorherrscht.
Lärchen-Zirbenwälder
An dieses rauhe, trockene Klima ist der subalpine Fichtenwald zwischen 1400-1900m Seehöhe bestens angepaßt. Die Lärchen-Zirbenwälder schließen ab etwa 1700m Seehöhe an den Fichtenwald an. Noch vereinzelt durchmischt mit Fichten, hat sich gerade in den Nockbergen ein ausgedehnter Zirbenbestand erhalten. Oft reichen die Lärchen-Zirbenwälder bis auf 2200m Seehöhe hinauf - die orographische und klimatische Waldgrenze!
Im Unterwuchs findet man zahlreiche Zwergsträucher wie Rost-Alpenrose, Heidelbeere, Preiselbeere und Rauschbeere sowie schon seltener die blaue Heckenkirsche oder die Felsen-Ribisel. Die alpinen Wiesen beherbergen etwa den Echten Speik (Valeriana celtica) - eine stark riechende Baldrianart. Früher wurden dessen Wurzeln gesammelt und damit in den Rauhnächten die Bauernhöfe ausgeräuchert (gegen böse Geister), später wurden sie in den Orient als Räuchermittel exportiert und zur Herstellung von Speikseife und anderen Toilettenartikeln weiterverarbeitet.
Wulfen-Mannschild und Mornellregenpfeifer
Auf den Gipfeln und offenen Schieferfluren findet man das Wulfen-Mannschild (welches nur in den Nockbergen vorkommt), oder in den wenigen Hochmooren die Zwergbirke, als Eiszeitrelikt. Auf den Kalkgipfeln hat sich eine vielfältige Kalkflora ausgebildet. Hier gedeihen auch Pflanzen aus südlicher Herkunft, wie das Dolomiten-Fingerkraut und der Dolomiten-Mannschild. Die Hochstaudenflur bietet eine weitere botanische Rarität - die aus den eurasischen Fernen stammende Schierlingssilge.
Neben der allgemein verbreiteten alpinen Tierwelt kommen in der kaum vom Menschen zerstörten Mittelgebirgslandschaft der Nockberge wahre Raritäten wie der Mornellregenpfeifer, das Schneehuhn und der Schneehase vor, die hier als Eiszeitrelikte in den kargen Tundren der Bergkuppen bis heute überlebten. Auf den in der letzten Eiszeit unvergletschert gebliebenen Flächen schafften es schließlich einige Insektenarten, an besonders geschützten Stellen die über eine Million Jahre dauernden Eiszeit zu überleben. Deshalb finden sich erstaunlich viele endemische - also nur in wenigen Bereichen vertretene Arten - wie der Mohrenfalter Erebia claudina oder die Heuschreckenart Miranella alpina carinthiaca.
zurück

