Heilkräfte der Natur

Pflanzen spielten schon immer eine große Rolle im bäuerlichen Leben - als Nahrung, Werkstoff, Gewürz und Heilmittel. So hat sich aufbauend auf uraltem Wissen, auch das damit verbundene Lebensbrauchtum entwickelt.

Die Holunderfrüchte dienen zur Herstellung von Saft und Gelee - der Holdasalsn -, das man gegen fiebrige Erkrankungen einnimmt. Die besonders kräftige, heilende Wirkung der Meisterwurz nützt man als angesetzten Schnaps, den "Meisterwurzgeist". Die silbrigen Blätter der Silberwurz werden zur Herstellung des "Kaisertees" verwendet, der den Kurgästen des Karlbades wegen seiner nervenberuhigenden, schlaffördernden Wirkung verabreicht wird.

Kuranstalt "Karlbad"

Ein besonders uriges Vergnügen bietet das 300 Jahre alte Karlbad. Der Name Karlbad hat sich aus dem "Bad im kleinen Kar"abgeleitet. Dr. Anton Wilburg, ein Arzt aus dem Tauernstädtchen Gmünd, machte 1728 schon auf die bei Augenleiden heilende Wirkung des Karlbades aufmerksam. Schätzten einst rheumageplagte Bauern, Holzknechte und Jäger die heilende Wirkung der erz- und mineralhaltigen Kugelsteine aus dem nahen Bach, so genießen heute zahlreiche Kurgäste aus nah und fern das Baden in uralten, mächtigen, ausgehöhlten Lärchenstämmen.

Das klare Wasser des Königstuhls wird über ein ausgeklügeltes System hölzerner Zuleitungen zunächst in die Tröge geleitet. Die in der Zwischenzeit rotglühend erhitzten Steine werden nun von der Feuerstelle mit "Moltern" (kleine Holzwannen) in das kalte Quellwasser geschüttet. Das Wasser wird auf ca. 40° Celsius erwärmt, die zerbrößelten Steine wieder aus dem Wasser genommen und der Badegast legt sich in die Wanne. Dieser wird bis zum Kopf mit Holzbrettern abgedeckt. Nun schwitzen die Kurgäste in den Trögen, nur ein bereitstehendes Glas mit frischen Quellwasser bringt etwas Labung.

Diese Art von Kur wird nach wie vor von der Familie Aschbacher so betrieben, wie sie es von ihren Vorfahren übernommen haben. Die seit Jahrhunderten gepflegte Almwirtschaft verleiht durch Mahd, Beweidung und Holznutzung den Nockbergen vieles von ihrem unverwechselbaren Aussehen. Diese Art von Landnutzung durch Bergbauern ermöglichte erst das seltene Gleichgewicht der natürlichen Lebensbedingungen von Tieren, Pflanzen und Menschen. das sich bis heute in den Grundzügen erhalten hat.

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